• Anna Häsch

BLENDS - besser als ihr Ruf

So abwechslungsreich wie der Geschmack der Whiskys ist auch deren Geschichte.



Obwohl heute die Single Malts in aller Munde sind, verdanken diese ihren Erfolg dem Blended Scotch, die etwa 90 Prozent des Whiskyexports aus Schottland ausmachen.

Whisky-Kenner und Single Malt-Fans betrachten Blends oft als minderwertige Produkte oder als Verschwendung von gutem Single Malt. Ohne den Blends hätten wir jedoch nicht die Vielzahl an Destillerien und damit auch nicht die Vielfalt an Single Malts, die wir heute genießen. Aber wie und wo hat das alles angefangen?


AM ANFANG WAR DER SINGLE MALT…

Single Malt Whiskys, hergestellt aus 100% gemälzter Gerste und destilliert in traditionellen Kupferbrennblasen, den Pot Stills, gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Aus produktionstechnischer Sicht liegt das Problem mit Single Malts in deren aufwendiger

Herstellung. Diese ist relativ ineffizient, da die Pot Stills zur Destillation zunächst gefüllt

und anschließend erhitzt werden müssen. Nach jedem Brennvorgang, dh. jeder Charge müssen die Rückstände (Pot Ale) entfernt und die Brennblasen für die nächste Charge gereinigt werden. Innovative technologische Fortschritte in den ersten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, führten zum Betrieb einer kontinuierlichen Destillation, die auch Patent Still bzw. Column Still genannt wird.



UND DANN WAREN DA DIE GRAIN WHISKYS…

Bei kontinuierlicher Destillation können große Mengen an neutralem Alkohol mit etwa 94 Vol .-% ohne Unterbrechung aus jeder Art von Getreide destilliert werden. Zu Beginn war dieser Grain Whisky wahrscheinlich leichter und damit trinkbarer als die zu jener Zeit erhältlichen, oft komplexeren, aber schwereren Single Malt Whiskys. Viele Produzenten erkannten , dass das Mischen (Blending) der leichten Grain Whiskys mit komplexen Malt Whiskys für die Kunden viel schmackhafter sein kann als beide allein. Daher begann das Prinzip des Blendings - etwas zu schaffen, das größer ist als die Summe seiner Teile.


WARUM BLENDS OFT ZU UNRECHT VERURTEILT WERDEN UND WAS SIE SO BESONDERS MACHT


Ein Blended Scotch kombiniert Malt und Grain Whiskys miteinander, die aus verschiedenen Destillerien stammen. Das Verhältnis zwischen Malt und Grain Whiskys, bzw. deren Alter

(die Mindestlagerzeit der einzelnen Komponenten beträgt 3 Jahre) entscheiden schlussendlich über den Geschmack und die Qualität des Blends.


Guter Whisky ist und bleibt eben guter Whisky – egal ob es ein Blend oder Single Malt ist.

CHEERS BZW. SLÁINTE



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